Archiv der Kategorie: Einblicke

Meine erste viruelle Lesung…

Am Wochenende saß ich bis spät in die Nacht vor der Kamera. Ich filmte meine erste virtuelle Lesung, da momentan ja leider das kulturelle Leben weitgehend eingefroren ist. Zumindest was Auftritte vor Publikum angeht.
Meine Lesungen in diesem Jahr mussten alle verschoben werden. Nun bin ich froh, dass ich nicht vom Schreiben abhängig bin. Viele Autoren und andere Künstler stehen vor dem wirtschaftlichen Abgrund.

Trotzdem möchte ich natürlich gerne mein Buch präsentieren und gleichzeitig auch seine Botschaft verteilen. Daher habe ich mich zur virtuellen Lesung entschieden, nach dem Motto: Kann können die Menschen nicht zur Lesung kommen, komme ich eben online zu ihnen. Und nun viel Spaß…

Das Buch ist direkt bei mir erhältlich – gerne auch mit Widmung. Und man kann es außerdem bei booklooker.de beziehen.

Die Mordwaffe...

Zeit für die Mordwaffe…

Heute nutze ich die Zeit, um an meinem neuen Krimi weiter zu schreiben. Passend zu Halloween wirds auch ein bisschen gruselig. Das heißt, ich habe eine der „Mordwaffen“ selbst hergestellt… Schon unsere Ahnen haben aus Knochen einiges konstruiert, Urvölker tun es heute ebenfalls noch. Warum also nicht den Versuch wagen? Nun, eines kann ich schon mal sagen: Wer einen Hühnerknochen derart bearbeitet, darf keine gute Nase haben. Das stinkt wirklich extrem, wenn man den Knochen mit einem Schleifer so in Form bringt. Spitz und scharf geschliffen wäre das Teil gut dafür geeignet, die eine oder andere Halsschlagader nachhaltig zu beschädigen. Das habe ich natürlich nicht getestet, doch der Mörder in meinem Krimi nutzt ein Knochenmesser. Überhaupt hat er es gerne mit außergewöhnlichen Tatwaffen zu tun und es schient sich um einen Ritualmörder zu handeln. Immer wenn er einen Mord begeht, hinterlässt er einen Text bei den Opfern: Ein Märchen, das sich in die Realität überträgt. So eines wie dieses:

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Tolles Publikum, gelungener Abend

Die Lesung im Bodenheimer historischen Rathaus Ende April war ein voller Erfolg. In gemütlicher Runde kam man nach der Lesung ins Gespräch und das Tierheim konnte sich auch über eine Spende und Interessierte freuen.

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Wer sich die Lesung anschauen möchte, kann dies bei „TV Rheinterrasse“ tun – dem Youtube-Kanal von Bodenheim. Hier gibt es auch ein kleines Interview…
Video von Interview und Lesung, 27.04.2018

Eine Krise ist Mist – und Mist ist Dünger

Wie fand ich zum Schreiben? Auf diese Frage gibt folgender Artikel eine Antwort, der in der aktuellen Ausgabe der „daz – Die Angst-Zeitschrift“ erschienen ist. Auch die Zeitschrift „Bildwoche“ berichtete im Februar über meinen Weg.

Warum ich das hier poste? Ich möchte dazu beitragen, dass psychische Erkrankungen ernst genommen und nicht belächelt werden. Und ich möchte jedem Betroffenen zeigen, dass es immer eine Weg gibt. Und dass eine Krise zwar Mist, aber eben Mist auch Dünger ist! Man kann aus einer Krise wachsen:

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Zungenknoten in Armsheim?!

Es war an einem der letzten Septembertage des Jahres 2017. Alles um ihn herum war ruhig, der Sommer hatte das letzte Pulver verschossen. Nur noch wenige Blüten, ein paar Schmetterlinge und Bienen, das meiste Obst war geerntet, die Traubenernte eingeholt.
Einzig ein paar Stare saßen auf dem Baum und zwitscherten unruhig durcheinander. Sie würden bald aufbrechen, wie auch er.

Heute würde es sich entscheiden, der Tag war gekommen. Beim Gedanken an die mörderische Einsamkeit Islands klopfte sein Herz und seine Gedanken zwitscherten ebenso chaotisch, wie die Stare im Baum. Er hatte sich vorbereitet – ganz ohne Frage. Ein dutzend Tests hatte er durchgeführt, hatte ja auch schon Erfahrung. Doch dieses Mal war es anders…
Dieses Mal drohte ihm Ungemach, bei diesen ominösen Wörtern, bei diesen seltsamen Schriftzeichen.
Neben den üblichen feuchten Händen, dem Herzklopfen und dem Adrenalin-Kick drohte zudem … ein Knoten in der Zunge, dem ein Knoten im Gehirn folgen könnte. Black-out! – Feierabend…!

Diese Aussicht erhöhte das Lampenfieber noch weiter, und als er schließlich in Armsheim vorm Publikum stand, geschah … Ja, was geschah eigentlich? 🙂

Näheres zu meiner ersten Lesung aus „Unser aller Erbe“ finden Sie hier: https://www.facebook.com/torsten.jager.9/posts/10214603687715537

Und hier mal ein kurzer Einblick, wie so ein Buch von mir vor der Lesung aussieht…

Lesungs-Buch

Notizen für Zungenbrecher und mehr…

Zunächst erkennt man an den Seiten gelbe und orangene Postits. Die gelben stehen für den Anfang einer Passage, die anderen fürs Ende.
Außerdem erkennt man gestrichene Wörter, die mich sonst im Lesefluss bremsen, Unterstreichungen für die Betonung, und eben auch mit Lautschrift überklebte isländische Passagen.

Nachdem ich dies alles so vorbereitet, und die Übergänge auch auf kleinen Merkzetteln ins Buch geklebt hatte, konnte es losgehen… Dann habe ich mir die Passagen immer mal wieder laut vorgelesen, geschätzte zwölfmal. Ein Durchlauf mit allen Passagen dauert etwa 45 Minuten.

Anfangs fiel es mir schwer, doch dann entdeckte ich einen Trick: Voll und ganz in der Geschichte gedanklich versinken, sich das Geschehen bildlich vorstellen und eben auch, sich in die Charaktere einfühlen. Ein bisschen Schauspielerei steckt glaube ich auch im Vorlesen.
Wie reagiert ein Kriminalkommissar, der in seinem Garten beim Graben plötzlich einen Totenschädel in den Händen hält?
Wie fühlt sich eine Frau Sans – der Hausdrache im Haus des Opfers – wenn sie in ihrer Ruhe gestört wird? Wie betont sie in typisch rheinhessischem Dialekt, während die Adrenalinkurve zwischen ihr und ihrem Mann steigt, und sie im Flur streiten?
Wie drückt sich ein Isländer aus, der mal ein paar Jahre in Deutschland studiert hat und von daher nur gebrochen Deutsch spricht?
Und wie liest man am besten mystische Textpassagen aus den nordischen Heldensagen vor? Wirklich so, wie ein Geschichtenerzähler, also wie es Jacob bei Kelchbrunner tut?

Am Ende hatte ich die Passagen so oft durchgelesen, dass ich Teile von ihnen fast auswendig kenne. Und würde mich heute jemand nachts wecken und nach der ersten Passage fragen, so würde es förmlich aus mir heraussprudeln:
Schweiß brannte in seinen Augen und klebte in seinem Gesicht. Er wischte sich zum x-ten Mal über die Stirn. Frust und Trotz kämpften in seiner Brust, denn er hatte sich viel vorgenommen. Vielleicht zu viel…?